Was ist rauchende schwefelsäure?

Rauchende Schwefelsäure (Oleum)

Rauchende Schwefelsäure, auch bekannt als Oleum, ist eine Lösung von Schwefeltrioxid (SO<sub>3</sub>) in Schwefelsäure (H<sub>2</sub>SO<sub>4</sub>). Sie ist eine farblose bis gelblich-braune, viskose Flüssigkeit, die an der Luft stark raucht, da sie SO<sub>3</sub> freisetzt, das mit Luftfeuchtigkeit zu Schwefelsäure reagiert.

Zusammensetzung und Herstellung:

  • Zusammensetzung: Oleum wird durch die Absorption von SO<sub>3</sub> in Schwefelsäure hergestellt. Der Gehalt an SO<sub>3</sub> kann variieren und wird in der Regel als Prozentsatz angegeben (z.B. 20 % Oleum, was bedeutet, dass die Lösung 20 % freies SO<sub>3</sub> enthält).
  • Herstellung: Die Herstellung erfolgt üblicherweise im Kontaktverfahren, bei dem Schwefeldioxid (SO<sub>2</sub>) katalytisch zu SO<sub>3</sub> oxidiert wird. Anschließend wird SO<sub>3</sub> in konzentrierte Schwefelsäure eingeleitet.

Eigenschaften:

  • Ätzend: Oleum ist extrem ätzend und verursacht schwere Verätzungen bei Kontakt mit Haut, Augen und Atemwegen.
  • Reaktiv: Es ist ein starkes Oxidationsmittel und reagiert heftig mit Wasser, wobei Wärme freigesetzt wird. Deshalb muss Oleum sehr vorsichtig behandelt werden.
  • Rauchend: Die Rauchentwicklung entsteht durch die Reaktion von freigesetztem SO<sub>3</sub> mit Luftfeuchtigkeit zu Schwefelsäure-Aerosolen.
  • Viskosität: Oleum ist viskoser als reine Schwefelsäure.

Verwendung:

Oleum ist ein wichtiges Reagenz in der chemischen Industrie und wird in verschiedenen Anwendungen eingesetzt, darunter:

  • Sulfonierung: Bei der Herstellung von Sulfonsäuren, die als Tenside, Farbstoffe und Pharmazeutika verwendet werden. Siehe hierzu Sulfonierung.
  • Herstellung von Schwefelsäure: Zur Anreicherung von Schwefelsäure.
  • Petrochemie: Als Katalysator und Reagenz in verschiedenen Prozessen.
  • Sprengstoffherstellung: Bei der Herstellung bestimmter Sprengstoffe.

Sicherheitshinweise:

  • Schutzkleidung: Beim Umgang mit Oleum muss unbedingt geeignete Schutzkleidung getragen werden, einschließlich Schutzbrille, säurefester Handschuhe und Schutzkleidung.
  • Belüftung: Es muss für ausreichende Belüftung gesorgt werden, um die Exposition gegenüber SO<sub>3</sub>-Dämpfen zu minimieren.
  • Erste Hilfe: Bei Kontakt mit Oleum muss die betroffene Stelle sofort mit viel Wasser gespült werden. Es ist wichtig, unverzüglich einen Arzt zu konsultieren.
  • Lagerung: Oleum muss in dicht verschlossenen Behältern an einem kühlen, trockenen und gut belüfteten Ort gelagert werden. Es darf nicht mit Wasser oder anderen reaktiven Substanzen in Kontakt kommen.

Wichtige Konzepte: